Weihnachtsrummel

Iris und Thomas kämpfen sich durch die vorweihnachtlich überfüllten Einkaufsstraßen. „Zum Glück konnten wir die Kinder heute bei deinen Eltern lassen!“, meint Iris. „Ja! Sie werden sich zwar wieder mit Schokolade und Keksen vollstopfen, aber wir können wenigstens das Geschenkekaufen erledigen.“ – „Trotzdem finde ich es irgendwie schade, dass immer alles so schnell gehen muss. Eigentlich wollte ich mir dieses Jahr genau überlegen, welche Geschenke wirklich sinnvoll wären, von denen Clara, Helena und Daniel länger etwas haben!“ Thomas lacht: „Na, nächstes Jahr hast du wieder eine neue Chance! Jetzt müssen wir da durch.“

Viele Menschen haben irgendwie Sehnsucht nach einem ruhigen Advent mit mehr Zeit für die Familie und landen doch wieder im konsumorientierten Weihnachtsstress, der alles andere als besinnlich ist. Was gibt es für Möglichkeiten, sich anders zu organisieren, um doch zur Ruhe zu kommen und sich selbst und die Kinder auf den wahren Inhalt des Weihnachtsfestes vorzubereiten?

Einige Ideen dazu:

1. Nehmen sie als Ehepaar als erstes den „Rotstift“ zur Hand, um auszuwählen, welche Veranstaltun-gen Ihnen wichtig sind, welche aus beruflichen Gründen besucht werden müssen und welche Sie ein-fach streichen könnten. Sie könnten sich auch im Vorhinein konkrete Zeiten für sich als Paar und für Ihre Familie reservieren.

2. Es ist hilfreich schon von Anfang an eine langfristige Liste anzulegen, welche Spielsachen Sie für die Kinder anschaffen wollen. Dann könnten Sie mit einem kleinen Teil beginnen und jeweils altersgemäß erweitern. Es gibt zum Beispiel Holzbausysteme, mit denen bereits kleine Kinder Bauwerke zuwege bringen, ältere Kinder aber genauso noch komplexere Kunstwerke schaffen können. Auch Tierfiguren können z.B. allmählich gesammelt werden und vielfältig zum Spielen anregen.

3. Man kann Tipps von anderen Eltern für wertvolle Lernspiele und andere Ideen sammeln, um sie dann im geeigneten Augenblick gezielt zu verschenken. Man sollte sich Notizen machen, um sie nicht wieder zu vergessen. Dasselbe gilt für Bücher, CDs und sinnvolle Computerspiele. Vielleicht können Sie auch die Großeltern oder andere Bezugspersonen des Kindes für diesen Geschenkeplan gewinnen.

4. Gerade für Großeltern, Onkeln und Tanten, kann es eine Möglichkeit sein, einem einzelnen Kind einen Besuch im Museum, im Zoo, im Konzert oder ähnliches zu schenken und es dadurch auch bes-ser kennenzulernen. Natürlich kann so etwas auch eine Möglichkeit für eine „besondere Zeit“ mit ei-nem Elternteil sein.

5. Weihnachten soll für Kinder nicht nur „Bekommen“, sondern auch „Geben“ bedeuten. Sie als Eltern könnten gemeinsam mit den Kindern überlegen, wie man z.B. den Großeltern oder vielleicht einsamen Verwandten oder Menschen im Altersheim im Advent eine Freude bereiten könnte. Auch mit kleinen Kindern lässt sich z.B. schon mit einfachen Worten die Weihnachtsgeschichte darstellen, um sie dann anderen vorzuspielen. Dadurch wird den Kindern gleichzeitig auch der Sinn des Weihnachtsfestes nähergebracht. Auch im Abendgebet könnte man gerade im Advent für die Menschen beten, die krank, einsam und traurig sind – Kinder entwickeln dafür sofort viele Ideen und aufrichtiges Mitgefühl.

6. Gerade im Advent können Kinder sehr gut das Warten lernen. Sie könnten z.B. die Weihnachts-keksdose wirklich erst am Hl. Abend öffnen und einen Adventkalender mit Bildern oder Geschichten statt mit Schokolade kaufen. Auf diese Weise entwickelt sich in Ihrer Familie langsam eine ganz persönliche Weihnachtstradition, an die sich Ihre Kinder ein Leben lang erinnern werden. Es wäre schön, wenn „Zeit füreinander“, „an-deren Freude bereiten“ und „Gott kommt zu uns Menschen“ dabei als Grundton von Advent und Weihnachten in Erinnerung blieben. Am meisten zählt dabei natürlich das Vorbild der Eltern, das sich aus der je eigenen inneren Einstellung nährt.

Dr. Alexandra Schwarz ist Eltern-und Erziehungsberaterin,
Moderatorin der GFO und Mutter von sieben Kindern.


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